IT Due Diligence: Der unterschätzte Erfolgsfaktor bei M&A
15. Februar 2026
Warum IT Due Diligence entscheidend ist
Bei Fusionen und Übernahmen konzentriert sich die klassische Due Diligence auf Finanzen, Recht und Marktposition. Die Technologie — oft der eigentliche Werttreiber — wird dabei häufig nur oberflächlich geprüft. Ein teurer Fehler: Studien zeigen, dass 30 bis 65 Prozent des Deal-Werts von der erfolgreichen technischen Integration abhängen.
Wir haben M&A-Transaktionen begleitet, bei denen erst nach dem Closing offensichtlich wurde, dass die Zielplattform auf veralteten Frameworks basiert, kritische Sicherheitslücken aufweist oder die Entwicklerteams Know-how-Monopole bilden. In jedem dieser Fälle wäre eine gründliche IT Due Diligence günstiger gewesen als die anschließende Sanierung.
Was eine IT Due Diligence abdeckt
Eine fundierte technische Bewertung untersucht fünf zentrale Bereiche:
1. Softwarearchitektur & Codequalität
Wie ist die Anwendungslandschaft aufgebaut? Ist die Architektur skalierbar, wartbar und dokumentiert? Wie hoch ist die technische Schuld? Wir analysieren Code-Repositories, Abhängigkeiten und Architekturentscheidungen — nicht mit automatisierten Scannern allein, sondern mit erfahrenen Architekten, die Kontext verstehen.
2. Infrastruktur & Operations
Cloud oder On-Premise? Wie resilient ist die Infrastruktur? Gibt es Disaster-Recovery-Pläne, und wurden sie getestet? Wie sehen die Betriebskosten aus, und wie entwickeln sie sich? Die Infrastruktur bestimmt maßgeblich die Integrationskosten nach einem Deal.
3. Sicherheit & Compliance
Datenschutz, Zugriffskontrollen, Patch-Management, Incident-Response — Sicherheitslücken können nicht nur technische, sondern auch rechtliche und reputative Risiken bergen. Besonders bei Unternehmen mit Kundendaten ist eine Sicherheitsbewertung unverzichtbar.
4. Team & Organisation
Technologie wird von Menschen gebaut und betrieben. Wir bewerten die Teamstruktur, Schlüsselpersonen-Abhängigkeiten, Entwicklungsprozesse und die Innovationskultur. Ein starkes Team mit soliden Prozessen kann technische Schulden abbauen — ein schwaches Team wird sie vermehren.
5. Intellectual Property & Lizenzen
Wem gehört der Code? Gibt es Open-Source-Abhängigkeiten mit problematischen Lizenzen? Sind Patente oder proprietäre Algorithmen dokumentiert und geschützt? Diese Fragen haben direkte Auswirkungen auf die Bewertung.
Die drei häufigsten Risiken
Versteckte technische Schulden: Code, der funktioniert, ist nicht automatisch guter Code. Legacy-Systeme, fehlende Tests, undokumentierte Workarounds — all das kostet nach dem Deal erheblich mehr als erwartet.
Integrationskomplexität: Zwei Unternehmen zusammenzuführen bedeutet, zwei Technologielandschaften zu verbinden. Unterschiedliche Tech-Stacks, Datenmodelle und Deployment-Prozesse können die Integration um Monate oder Jahre verzögern.
Schlüsselpersonen-Risiko: Wenn kritisches Wissen in den Köpfen einzelner Entwickler steckt und nicht im Code oder der Dokumentation, wird der Verlust dieser Personen zum existenziellen Risiko.
Der deicon-Ansatz
Unsere IT Due Diligence ist mehr als eine Checkliste. Wir liefern eine strategische Bewertung, die Investoren und Management in die Lage versetzt, fundierte Entscheidungen zu treffen:
- Technische Risikobewertung mit konkreter Quantifizierung der Sanierungskosten
- Integrations-Roadmap mit realistischen Zeitplänen und Ressourcenabschätzungen
- Team-Assessment zur Identifikation von Schlüsselpersonen und Kompetenzlücken
- Handlungsempfehlungen — priorisiert nach Dringlichkeit und Impact
Das Ergebnis: keine Überraschungen nach dem Closing. Sondern eine klare Grundlage für die Verhandlung, die Integration und den langfristigen Werterhalt.